Biedermeiers Glück -
bürgerliches Ideal und Wirklichkeit
Das Bürgertum gewann im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert zunehmend Macht und Einfluss. Das bürgerliche Standesbewusstsein drückte sich aus in Wohnung, Kleidung und eigenen "Benimmregeln".
Mit der Trennung von Arbeitsplatz und Wohnung fielen Männern und Frauen nun neue Aufgaben zu. Während der Mann den Lebensunterhalt verdiente und als Hausvater über das Wohl der Familie wachte, sorgte die Frau für Haushalt und Kinderaufzucht.
"Man war vom Allerneuesten, indem man alt sein wollte", so beschrieb Johann Wolfgang von Goethe das gesellschaftliche Klima seiner Zeit. Begünstigt wurde dieses konservative Denken durch eine romantische Mittelalter-Sehnsucht.
Dadurch entfaltete sich das Interesse der Bürger für Kunst und Musik, Literatur und Poesie. Ein eigenes gesellschaftliches Leben blühte in Lesezirkeln, Musiksalons und Vereinen auf.